Die Uraufführung von Johannes Kalitzkes Oper „Pym“ in Heidelberg

Meerespartie
Der Welt abhanden gekommen

Zu den Kennzeichen der Abenteuerromane im 19. Jahrhundert gehöre, so resümierte ihr prominenter Experte Volker Klotz 1979, „dass sie ihre besondere Spannung aus der Unstimmigkeit zwischen bürgerlichem Alltag und exotischem Abenteuer“ beziehen, „indem sie, großenteils, das abenteuerliche Geschehen heranholen in die zeitliche und räumliche Gegenwart ihrer Leser“. „Die Uraufführung von Johannes Kalitzkes Oper „Pym“ in Heidelberg“ weiterlesen

Benjamin Brittens „The Rape of Lucretia“ im Kölner Staatenhaus

Europäische Horizonte
Die Hilflosigkeit gegenüber der Gewalt

Wie lange Köln sich noch mit Provisorien für seinen Musiktheaterbetrieb abfinden muss, steht in den Sternen. Doch anders als zu deren Konstellationen wagt am Niederrhein niemand mehr eine Prognose für die Wiederinbetriebnahme seines Opernhauses.

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Eine Schönheitsoperation von Kopf bis Fuß

Hauptstadttheater
Brechts und Weills „Dreigroschenoper“ im Theater an der Wien

Seit zehn Jahren wird das Theater an der Wien – im späten 20. Jahrhundert zum Musical-Theater umgewidmet – wieder als Opernhaus bespielt. Das Jubiläum wird u.a. mit festlichen Konzerten begangen (wiewohl der Haupt-Festdirigent Nikolaus Harnoncourt altersbedingt nicht mehr zur Verfügung steht), mit einer Erinnerung an den im Vorgängerhaus uraufgeführten „Fidelio“ und mit jener Anti-Oper, die Bertolt Brecht und Kurt Weill 1928 über Nacht grenzüberschreitend berühmt machte. „Eine Schönheitsoperation von Kopf bis Fuß“ weiterlesen

Salzburg

Schöner Wohnen

Erwartungsfroh pilgert man immer wieder dem senkrecht über den Festspielhäusern sich erhebenden Felsriegel zu, obwohl an wenigen anderen Orten dieser Erde einer der gemeisselten Sätze Theodor W. Adornos so wahr ist wie in Salzburg: „Kunst ist dem Nepp verwandt“. „Salzburg“ weiterlesen

Iolanta und Prosepina

Ein Tschaikowsky/Strawinsky-Doppelabend zum Abschluss des Premierenreigens in Aix-en-Provence

Um Selbstbestimmung und im besonderen um erotisch-sexuelle Selbstverwirklichung von Frauen ging es heuer – mehr oder minder offensichtlich – bei allen fünf Premierenabenden der Opernfestspiele von Aix-en-Provence: Bei der verhext versexten Alcina Georg Friedrich Händels ebenso wie bei der Solistin Milica und deren fünf besten Freundinnen in Ana Sokolovićs „Svadba“ (MariageHochzeit), bei der Feenkönigin Titania in William Shakespeares und Benjamin Brittens „Sommernachtstraum“; erst recht bei Konstanze und Blonde in der „Entführung aus dem Serail“ (deren Inszenierung von Peter Kušej wg. etwas zu deutlichen Bildverweisen auf die „Martern aller Arten“ zensiert wurde). Beim fünften und letzten Premierenabend, bestückt mit Einaktern der Gebrüder Tschaikowsky und Andre Gidé sowie Igor Strawinsky, ging es – mit einer Inszenierung von Peter Sellars – noch einmal um zwei etwas andere Frauen-Aspekte.

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Frauenfragen – Terror – Reife

Festspiele 2015, Aix-en-Provence

Das Festival d’Aix-en-Provence, Frankreichs Musterveranstaltung für Musiktheater, eröffnete heuer besonders früh und mit Georg Friedrich Händels „Alcina“ im Grand Théâtre de Provence  und mit einer Inszenierung der Londoner Regisseurin Katie Mitchell. Es folgte ein neues Frauen-a-cappella-Stück von Ana Sokolivic (*1968), „Svadba“ („Hochzeit“), Dann – vor der Wiederaufnahme eines ziemlich uralten, aber immer noch allerliebst geträumten „Sommernachtstraum“ (Robert Carsen) „Die Entführung aus dem Serail“ in einer Inszenierung des Münchener Residenztheaterdirektors Martin Kušej. „Frauenfragen – Terror – Reife“ weiterlesen